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# Die Kernidee — und ein ehrlicher Realitätscheck
# Idee — und ein ehrlicher Realitätscheck
## Ursprungsidee
@@ -9,6 +9,11 @@
> kostet. Schwache Haushalte werden gestärkt. Nebenbei wird Traffic verteilt
> und ist für Außenstehende schwerer zuzuordnen (Privacy).
Wichtiger Punkt (bewusst gehalten): Die Glasfaserverbindungen zwischen den
Häusern laufen **neben** den normalen ISP-Anschlüssen — das Nachbarschaftsnetz
ist ein *zweites*, schnelles (Ziel: 10 Gbit/s) lokales Netz, nicht ein Ersatz
für die Internetanschlüsse.
Diese Idee ist gut — und sie ist nicht abstrakt: NYC Mesh läuft genau so
("members share their internet"), Freifunk und guifi.net zeigen es in
großem Maßstab. Was hier neu gedacht ist, ist der **konsequente Exit-Jede**
@@ -19,9 +24,11 @@ verlassen das Viertel an *allen* Punkten gleichzeitig.
1. **Segmentierte Downloads über mehrere Exits.** Große Dateien werden in
Byte-Bereiche gesplittet (HTTP Range Requests) und parallel über die
Glasfaseranschlüsse mehrerer Haushalte geladen. Das ist Multi-WAN-
Aggregation, nur verteilt über das Viertel. Ein DSL-50000-Haushalt kann
damit realistisch 5× herunterladen, wenn 4 Nachbarn mitspielen.
Internetanschlüsse mehrerer Haushalte geladen. Ein DSL-50000-Haushalt
kann damit realistisch 5× herunterladen, wenn 4 Nachbarn mitspielen.
Das geht, weil die Haus-zu-Haus-Verbindungen selbst schnell sein
sollen (10 Gbit/s) — die Faser im Viertel ist nie der Engpass, die
Uplinks sind es.
2. **Fair-Share-Scheduling.** Wer gerade nichts lädt, gibt seinen Anteil
automatisch. Ein einzelner Stream profitiert von fremder Kapazität,
mehrere Lade gleichzeitig bekommen faire Anteile.
@@ -49,22 +56,24 @@ verlassen das Viertel an *allen* Punkten gleichzeitig.
3. **Physik ist der eigentliche Engpass.** Glasfaser spannen heißt: Genehmigungen,
Vermieter, Grundstücke, Arbeit. Realistisch beginnt man mit dem, was da
ist (Kabel im Mehrfamilienhaus, Garten, kurze Richtfunkstrecken), und
baut Glasfaser dort, wo ohnehin gegraben wird (siehe Recht).
baut Glasfaser dort, wo ohnehin gegraben wird (siehe [[Recht]]).
4. **Volumen-/Drosseltarife.** Wer ein Volumenlimit hat, zahlt mit Volumen,
wenn Nachbarn über seinen Exit laden. Lösung: Exits haben harte Kontingente
und der Scheduler respektiert sie ("Exit-Karenz"), plus Karma.
und der Scheduler respektiert sie ("Exit-Karenz"), plus Karma. Für diese
(seltene) Fälle gibt es zusätzlich den **Leech-Modus**: Sharing komplett
aus, nur empfangen — unter Nachbarn legitim (siehe [[Ethos]] §2).
5. **Privacy ist ein Nebenprodukt, keine Anonymität.** Freenet sagt es
selbst (FAQ): keine Anonymität wie Tor/I2P. Metadaten bleiben. Wer echte
Anonymität will, legt Tor/I2P über das Netz. Wir verkaufen deshalb
Privacy-by-Design, nicht Anonymität.
6. **Recht.** Abmahnungen landen zuerst beim Anschlussinhaber, egal wer
geladen hat; bewusstes Ermöglichen von Rechtsbrüchen kann eigene Haftung
erzeugen. Details und Gegenmaßnahmen: [recht.md](recht.md).
erzeugen. Details und Gegenmaßnahmen: [[Recht]].
## Der technische Kern (warum es Software braucht)
Das Netz ohne Software ist "nur" ein LAN. Die Mehrwerte entstehen durch
einen **AKI-Node** pro Haushalt, der folgendes macht:
einen **SpiderNet-Node** pro Haushalt, der folgendes macht:
- Overlay-Routing über alle Haushalte (Kandidat: Yggdrasil)
- Exit-Pool verwalten: Wer darf über wen raus, mit welchem Kontingent
@@ -73,4 +82,4 @@ einen **AKI-Node** pro Haushalt, der folgendes macht:
- Transparenten Nachbarschafts-Cache
- (Später) Freenet als Inhalts- und App-Ebene im Viertel
Siehe [architektur.md](architektur.md) und [server/README.md](../../server/README.md).
Siehe [[Architektur]] und [[Server-README]].