Initial project structure: documentation, server concept, agents instructions
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# Die Kernidee — und ein ehrlicher Realitätscheck
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## Ursprungsidee
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> Man spannt Glasfaser von Haus zu Haus und baut ein lokales Netz auf. Wenn
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> man über das Internet etwas nachfragt, läuft die Anfrage nicht (nur) über
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> den eigenen Anschluss, sondern die Last wird aufs gesamte Netz verteilt.
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> Jede:r nutzt die Gesamtkapazität der Nachbarschaft, ohne dass es mehr
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> kostet. Schwache Haushalte werden gestärkt. Nebenbei wird Traffic verteilt
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> und ist für Außenstehende schwerer zuzuordnen (Privacy).
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Diese Idee ist gut — und sie ist nicht abstrakt: NYC Mesh läuft genau so
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("members share their internet"), Freifunk und guifi.net zeigen es in
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großem Maßstab. Was hier neu gedacht ist, ist der **konsequente Exit-Jede**
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statt Exit-Nirgends: Jeder Haushalt bleibt bei seinem ISP, aber Anfragen
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verlassen das Viertel an *allen* Punkten gleichzeitig.
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## Was technisch funktioniert
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1. **Segmentierte Downloads über mehrere Exits.** Große Dateien werden in
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Byte-Bereiche gesplittet (HTTP Range Requests) und parallel über die
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Glasfaseranschlüsse mehrerer Haushalte geladen. Das ist Multi-WAN-
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Aggregation, nur verteilt über das Viertel. Ein DSL-50000-Haushalt kann
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damit realistisch 5× herunterladen, wenn 4 Nachbarn mitspielen.
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2. **Fair-Share-Scheduling.** Wer gerade nichts lädt, gibt seinen Anteil
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automatisch. Ein einzelner Stream profitiert von fremder Kapazität,
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mehrere Lade gleichzeitig bekommen faire Anteile.
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3. **Nachbarschafts-Cache.** Beliebte Inhalte (Updates, Games, Videos,
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Software-Pakete) liegen im Viertel. Das entlastet die Uplinks stärker
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als jedes Pooling — siehe [lancache](https://lancache.net/).
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4. **Privacy durch Verteilung.** Der ISP sieht pro Haushalt nur einen
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Bruchteil des ursprünglichen Traffics; Zuordnung "IP → Person" wird
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deutlich schwächer. Backtracking von außen muss die Frage lösen:
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"Welcher der 12 Anschlüsse im Viertel hat das eigentlich gezogen?"
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5. **Resilienz.** Fällt ein Anschluss aus, laufen die anderen weiter — auch
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lokaler Traffic funktioniert ohne Internet komplett (Ethos §7).
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## Was nicht so einfach ist
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1. **Ein einzelner TCP-Stream kennt kein Pooling.** Ohne Segmentierung oder
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Multipath bleibt ein einzelner Download auf der Geschwindigkeit *eines*
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Uplinks. Der Gewinn kommt aus unserer Download-Software, nicht aus dem
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Kabel — deshalb bauen wir `server/`.
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2. **Alltagstraffic braucht eine Exit-Wahl.** Video-Calls, Banking etc.
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können nicht sinnvoll gesplittet werden. Für generischen Traffic braucht
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es ein VPN-Overlay mit Load-Balancing (mehrerer Exits gleichzeitig),
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damit z. B. Web-Browsing über "die Nachbarschaft" läuft statt über die
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eigene Leitung.
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3. **Physik ist der eigentliche Engpass.** Glasfaser spannen heißt: Genehmigungen,
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Vermieter, Grundstücke, Arbeit. Realistisch beginnt man mit dem, was da
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ist (Kabel im Mehrfamilienhaus, Garten, kurze Richtfunkstrecken), und
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baut Glasfaser dort, wo ohnehin gegraben wird (siehe Recht).
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4. **Volumen-/Drosseltarife.** Wer ein Volumenlimit hat, zahlt mit Volumen,
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wenn Nachbarn über seinen Exit laden. Lösung: Exits haben harte Kontingente
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und der Scheduler respektiert sie ("Exit-Karenz"), plus Karma.
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5. **Privacy ist ein Nebenprodukt, keine Anonymität.** Freenet sagt es
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selbst (FAQ): keine Anonymität wie Tor/I2P. Metadaten bleiben. Wer echte
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Anonymität will, legt Tor/I2P über das Netz. Wir verkaufen deshalb
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Privacy-by-Design, nicht Anonymität.
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6. **Recht.** Abmahnungen landen zuerst beim Anschlussinhaber, egal wer
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geladen hat; bewusstes Ermöglichen von Rechtsbrüchen kann eigene Haftung
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erzeugen. Details und Gegenmaßnahmen: [recht.md](recht.md).
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## Der technische Kern (warum es Software braucht)
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Das Netz ohne Software ist "nur" ein LAN. Die Mehrwerte entstehen durch
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einen **AKI-Node** pro Haushalt, der folgendes macht:
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- Overlay-Routing über alle Haushalte (Kandidat: Yggdrasil)
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- Exit-Pool verwalten: Wer darf über wen raus, mit welchem Kontingent
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- Segmentierten Multi-Exit-Downloader (API + CLI + Browser-Integration)
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- Fairness-Scheduler über alle Haushalte
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- Transparenten Nachbarschafts-Cache
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- (Später) Freenet als Inhalts- und App-Ebene im Viertel
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Siehe [architektur.md](architektur.md) und [server/README.md](../../server/README.md).
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Reference in New Issue
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