Docs: add Splitting note (ranges vs flow distribution vs realtime) and link it

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2026-09-24 13:26:20 +02:00
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@@ -22,6 +22,7 @@ Nachbarschaft betreibt ihre eigene Instanz nach eigenen Regeln.
| [[Idee]] | Kernidee + ehrlicher Realitätscheck | | [[Idee]] | Kernidee + ehrlicher Realitätscheck |
| [[Architektur]] | Schichten: Physik → Routing → Pooling → Freenet-Inhalte | | [[Architektur]] | Schichten: Physik → Routing → Pooling → Freenet-Inhalte |
| [[Recht]] | Deutsche Rechtslage + Pflichtregeln für die Software | | [[Recht]] | Deutsche Rechtslage + Pflichtregeln für die Software |
| [[Splitting]] | Was sich splitten lässt: Ranges, Flow-Verteilung, Realtime |
| [[Lizenz]] | Lizenz-Optionen (Code & Doku) | | [[Lizenz]] | Lizenz-Optionen (Code & Doku) |
| [[Roadmap]] | Phasen: Pilot → MVP → Rollout → Freenet → Backbone | | [[Roadmap]] | Phasen: Pilot → MVP → Rollout → Freenet → Backbone |
| [[Server-README|Server-Konzept]] | Software-Komponenten, Code-Standards | | [[Server-README|Server-Konzept]] | Software-Komponenten, Code-Standards |
@@ -38,7 +39,8 @@ Nachbarschaft betreibt ihre eigene Instanz nach eigenen Regeln.
- [[Ethos]] §2 (Fairness/Leechen) ↔ [[Architektur]] (Leech-Modus, `sn-fair`) - [[Ethos]] §2 (Fairness/Leechen) ↔ [[Architektur]] (Leech-Modus, `sn-fair`)
- [[Recht]] §5 (Pflichtregeln) ↔ [[Server-README]] (Haftungsausschluss) - [[Recht]] §5 (Pflichtregeln) ↔ [[Server-README]] (Haftungsausschluss)
- [[Idee]] (Realitätscheck) ↔ [[Architektur]] (10G-Faser, `sn-fetch`) - [[Idee]] (Realitätscheck) ↔ [[Architektur]] (link-agnostische Physik, `sn-fetch`)
- [[Splitting]] ↔ [[Architektur]] (Schicht 2) — was der Exit-Pool tatsächlich nutzen kann
- [[Lizenz]] ↔ [[Ethos]] §6 (Transparenz) und `freenet-core` (AGPL) - [[Lizenz]] ↔ [[Ethos]] §6 (Transparenz) und `freenet-core` (AGPL)
## Außerhalb der Doku ## Außerhalb der Doku
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@@ -14,6 +14,7 @@ unabhängige SpiderNet-Instanzen geben; wir providen nur die Werkzeuge.
- [[Idee]] — Die Kernidee und ein ehrlicher Realitätscheck - [[Idee]] — Die Kernidee und ein ehrlicher Realitätscheck
- [[Architektur]] — Technische Architektur (Physik → Routing → Pooling → Inhalt) - [[Architektur]] — Technische Architektur (Physik → Routing → Pooling → Inhalt)
- [[Recht]] — Rechtslage in Deutschland (Störerhaftung, Abmahnrisiko, Verkabelung) - [[Recht]] — Rechtslage in Deutschland (Störerhaftung, Abmahnrisiko, Verkabelung)
- [[Splitting]] — Was sich über mehrere Exits splitten/verteilen lässt (und was nicht)
- [[Lizenz]] — Lizenz-Optionen und Empfehlung - [[Lizenz]] — Lizenz-Optionen und Empfehlung
- [[Roadmap]] — Phasenplan vom Pilot bis zum Nachbarschafts-Backbone - [[Roadmap]] — Phasenplan vom Pilot bis zum Nachbarschafts-Backbone
- [[Server-README|Server-Konzept]] — geplante Software (`sn-node`, `sn-fetch`, …) - [[Server-README|Server-Konzept]] — geplante Software (`sn-node`, `sn-fetch`, …)
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@@ -116,8 +116,15 @@ sequenceDiagram
VPN-artiges Overlay: pro Gerät ein verschlüsselter Tunnel zu *einem* VPN-artiges Overlay: pro Gerät ein verschlüsselter Tunnel zu *einem*
gewählten Exit, Exit-Wahl rotiert; Browsing/Video-Calls laufen über einen gewählten Exit, Exit-Wahl rotiert; Browsing/Video-Calls laufen über einen
Exit, große Transfers über alle. Video-Calls werden explizit auf einen Exit, große Transfers über alle.
Exit gepinnt (kein Splitting).
- **Realzeitkritischer Traffic (Video-Calls, Gaming, SSH): Direct-Modus
als Default** — ohne Umweg, normal über den eigenen Router/Uplink, als
wäre SpiderNet nicht da. Optional "best single exit" mit Session-Sticky
(kein Mid-Call-Wechsel, siehe [[Splitting]]).
Was sich splitten lässt und was die Quelle dafür mitbringen muss:
siehe [[Splitting]].
### Fairness-Scheduler (`sn-fair`) ### Fairness-Scheduler (`sn-fair`)
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@@ -0,0 +1,97 @@
# Splitting-Fähigkeit — was lässt sich über mehrere Exits verteilen?
Die zentrale Frage: Welche Traffic-Arten können die gepoolte Bandbreite der
Nachbarschaft nutzen, und was braucht die Quelle (Server) dafür?
## Die drei Kategorien
### 1. Range-basiert splittbar (echtes Splitting)
Standard-HTTP, kein Spezialformat: Der Server muss nur **HTTP Range Requests**
unterstützen ([RFC 9110](https://httpwg.org/specs/rfc9110.html) §14, früher
RFC 7233) — Anfrage mit `Range: bytes=0-999999`-Header, Antwort `206 Partial
Content`. Praktisch alle großen Datei-Server können das; man prüft es mit
einer Kopf-Anfrage: `Accept-Ranges: bytes` in der Antwort.
| Läuft gut | Begründung |
|---|---|
| ISO-Images, große Dateien (Linux-Distros, Archive) | klassischer Range-Fall, CDNs/S3/nginx/Apache unterstützen es |
| Steam / Konsolen-Updates / OS-Updates | laden selbst mehrschichtig parallel, Ranges sind Teil des Designs |
| Video-on-Demand (HLS/DASH-Streaming) | ohnehin in 2–10-s-Segmente zerlegt; Segmente sind einzelne HTTP-Objekte → Verteilung auf Exits gratis |
| Torrents | sind inhärent multi-connection; Verteilung über Exits ist einfach Flow-Verteilung |
**Wichtig bei HTTPS:** Range-Splitting funktioniert trotzdem — jeder Exit
baut seine *eigene* TLS-Verbindung zum Server auf und sieht nur
verschlüsselte Bytes. Der Server sieht dann N Verbindungen von N
verschiedenen IPs (siehe Vorbehalte unten).
### 2. Verbindungs-basiert verteilbar (Aggregation ohne Splitting)
Hier wird **kein einzelner Strom** gesplittet — sondern viele
selbstständige Verbindungen werden auf die Exits verteilt (Flow-Level-
Balancing). Jede einzelne Verbindung läuft vollständig über einen Exit.
| Läuft gut | Begründung |
|---|---|
| Normales Web-Browsing | der Browser baut ohnehin viele parallele Verbindungen zu vielen Hosts auf — die verteilen sich natürlich auf Exits |
| Paketmanager (apt, pip, cargo, npm) | hunderte kleine Dateien = hunderte Verbindungen |
| API-Traffic, RSS, DNS | viele kleine unabhängige Anfragen |
Der Pooling-Gewinn entsteht **nur bei paralleler Last** (viele Verbindungen
gleichzeitig). Ein einzelnes HTTP-Objekt ohne Range-Support bleibt auf
Uplink-Geschwindigkeit.
### 3. Nicht splittbar — sticky single Exit (bzw. Direct-Modus)
Einzelne, latenzempfindliche Ströme, bei denen ein Mid-Stream-Exit-Wechsel
die Verbindung kaputt machen würde (IP-Wechsel beendet die Session):
| Kategorie | Warum nicht splittbar |
|---|---|
| **Video-Calls (WebRTC)** | einzelner DTLS/SRTP-UDP-Strom, echtzeitkritisch, IP-gebunden |
| Online-Gaming | einzelner UDP-Flow, IP-Stickiness wichtig, Latenz >> Bandbreite |
| SSH / Remote-Desktop | interaktive TCP-Session, IP-Stickiness |
| Banking/Logins | Session an IP gekoppelt; aber: funktioniert technisch über jeden Exit, nur nicht *wechselnd mitten in der Session* |
| VPNs (WireGuard etc.) | UDP-Flow mit State |
**Policy-Vorschlag (Default):** realzeitkritischer Traffic geht in den
**Direct-Modus** — ohne Umweg, normal über den eigenen Router/Uplink, als
wäre SpiderNet nicht da. Optional "best single exit" (wenn die eigene
Leitung gestört/überlastet ist, kann man den Call bewusst über einen
Nachbarschafts-Exit pinnen — aber dann sticky für die Dauer der Session).
## Was die Quelle mitbringen muss (Zusammenfassung)
| Anforderung | Betrifft | Fehlt sie… |
|---|---|---|
| `Accept-Ranges: bytes` + `206 Partial Content` | Kategorie 1 | …fällt das Objekt auf Kategorie 2/3 zurück (Download über *einen* Exit komplett) |
| viele unabhängige Verbindungen möglich | Kategorie 2 | nothing — das ist der Normalfall |
| Session-Stabilität (IP-Stickiness) | Kategorie 3 | …darf der Exit nicht wechseln; Direct-Modus ist der sichere Default |
## Vorbehalte bei Range-Splitting (ehrliche Liste)
1. **Per-Connection-Limits:** manche Server/CDNs drosseln pro Verbindung
(z. B. 5 MB/s) — dann braucht man genug Segmente, um den Pool auszureizen.
2. **Bot-Erkennung/IP-Diversity:** N Verbindungen von N verschiedenen IPs
für dasselbe Objekt kann Rate-Limits oder Captchas triggern. Gegenmaßnahme:
gleiche Exits pro Ziel-Host cachen (Affinität), Retry mit anderem Exit.
3. **Signierte URLs:** meist unkritisch (Ranges innerhalb der Gültigkeit
erlaubt), aber Auth-Cookies müssen pro Exit-Verbindung mitgeliefert
werden — bei geteilten Logins vorsichtig.
4. **`Accept-Ranges: none`:** Server kann Ranges explizit verweigern →
Fallback (ein Exit), nur bei großem Objekt schade.
5. **MPTCP ist kein Plan A:** Multipath TCP könnte einen *einzigen* Stream
über mehrere Wege schicken, aber beide Endpunkte müssen es unterstützen —
im offenen Internet praktisch nicht gegeben. Deshalb: Segmentierung auf
Anwendungsebene, nicht Paketebene.
## Konsequenz für die Software (`sn-fetch`)
- Range-Fähigkeit pro URL/Host **automatisch erkennen** (Kopf-Anfrage auf
`Accept-Ranges`) und pro Host cachen.
- Klassifizierung: Kategorie 1/2/3, je nach Art (auto: bekanntes Schema,
Konfig: Nutzer-Overrides, z. B. "WebRTC immer Direct").
- Fallback-Kette: Ranges → Flow-Verteilung → single Exit (Direct-Modus).
- Exit-Affinität pro Ziel-Host, um Bot-Erkennung zu vermeiden.
Siehe auch: [[Architektur]] (Schicht 2), [[Idee]] (Realitätscheck).